Von Sebastian Kraus4 Min. LesezeitTaipeh, Computex 2026: Acer hat mal wieder einen ordentlichen Stapel Hardware mitgebracht und zeigt dabei, dass man in praktisch jedem Segment mitspielen will – von Rekord-Monitoren über einen ungewöhnlichen Handheld bis zum Flaggschiff-Laptop. Kein einzelner Megahype, dafür eine breite Offensive, die sich sehen lassen kann.
Überblick: Acers starker Auftritt in Taipeh
Fünf neue Gaming-Monitore, ein Handheld mit ungewöhnlichem Konzept und ein Laptop, der das Beste aus Nvidias aktueller GPU-Generation herausholen soll – Acer hat auf der Computex 2026 sein komplettes Spielfeld abgedeckt. Tom's Hardware Das ist kein Zufall. Wer sich im Premium- und Enthusiasten-Segment festsetzen will, muss in Taipeh Präsenz zeigen – und Acer tut das 2026 mit Nachdruck.
Nitro XV273U F5: Der erste Monitor mit 1.000 Hz
Das spektakulärste Stück im Lineup ist zweifellos der Nitro XV273U F5. Acer verbaut hier ein 27-Zoll-IPS-Panel mit WQHD-Auflösung – und dreht die Bildwiederholrate auf 1.000 Hz. Ja, richtig gelesen: tausend Hertz. Ad-hoc-news
Das ist aktuell die höchste Bildwiederholrate, die je in einem Consumer-Monitor steckte. Das Ziel ist klar: Bewegungsunschärfe so weit wie möglich eliminieren, Reaktionszeiten auf ein Minimum drücken – primär für den kompetitiven E-Sport-Markt.
Trotzdem: Irgendwer muss die Grenzen verschieben, und Acer tut es hier. Wer sich erinnert, wie absurd 144 Hz einst klangen – nun ja.
3D-Display und QD-OLED: Die weiteren Monitore im Überblick
Neben dem Frequenzrekord zeigt Acer noch vier weitere neue Screens, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Computerbase Besonders spannend: ein 3D-Gaming-Monitor, der räumliche Tiefe ohne Brille erzeugen soll. Technische Details zum Panel sind noch rar – Acer hält sich da bedeckt –, aber das Konzept ist interessant genug, um es im Auge zu behalten.
Auffällig ist außerdem, dass es 2026 nur ein einziges OLED-Modell im Lineup gibt. Nach dem OLED-Boom der vergangenen Jahre ist das eine Überraschung. QD-OLED-Modelle ergänzen das Portfolio mit satten Farben und starken Kontrasten, und ein 5K-Modell richtet sich an alle, die maximale Bildschärfe brauchen – also Creator genauso wie Gamer, die auf nichts verzichten wollen.
Nitro Blaze Link: Acers neuer Handheld als PC-Companion
Das konzeptionell interessanteste Gerät der ganzen Show ist aber der Nitro Blaze Link. Engadget Und zwar nicht, weil er besonders leistungsstark wäre – sondern weil er gar nicht so gedacht ist wie seine Vorgänger.
Der Nitro Blaze Link ist kein eigenständiger Gaming-Handheld im Sinne des Steam Deck oder des Nitro Blaze 11. Er ist ein Companion-Gerät: konzipiert, um mit Acers Gaming-PCs zusammenzuarbeiten und Spiele aus dem Heimnetz zu streamen. Man legt sich auf die Couch, während der PC im Arbeitszimmer die schwere Last trägt. Das Gerät selbst muss keine eigene GPU-Power mitbringen.
Der direkte Konkurrent ist der Logitech G Cloud, der denselben Ansatz verfolgt. Notebookcheck Dass Acer diesen Markt jetzt ebenfalls angeht, zeigt: Das Segment der Streaming-Handhelds könnte größer werden, als es heute wirkt. Preis und konkretes Release-Datum hat Acer noch nicht kommuniziert – da heißt es abwarten.
Predator Helios 18 AI: Gaming-Laptop mit RTX 5090
Wer lieber alles in einem Gerät haben will, dem zeigt Acer den Predator Helios 18 AI. Ad-hoc-news Das neue Flaggschiff-Notebook setzt auf Nvidias RTX 5090 als stärkste mobile GPU – mehr geht aktuell nicht. Das „AI" im Namen ist kein Zufall: Acer betont KI-Funktionen als Teil des Gesamtpakets, was mittlerweile bei praktisch jedem Hersteller zum guten Ton gehört.
Für Gamer und Creator, die maximale mobile Leistung brauchen und keinen Kompromiss eingehen wollen, ist der Helios 18 AI aber trotzdem ein ernstes Angebot. RTX 5090 in einem Laptop ist schlicht das Stärkste, was der Markt gerade hergibt.
Fazit: Acer setzt auf Vielfalt statt einen einzelnen Knaller
Acer zeigt auf der Computex 2026 keine einzelne Wunderwaffe, sondern ein durchdachtes Lineup, das vom Einsteiger-Screen bis zum Enthusiasten-Notebook alles abdeckt. Der 1.000-Hz-Monitor ist das lauteste Stück – das Gespräch über Sinn und Unsinn führt sich quasi von selbst. Aber der Nitro Blaze Link ist das, worüber man in einem Jahr noch reden könnte, wenn Heimnetz-Streaming weiter an Reife gewinnt.
Was bleibt? Acer demonstriert in Taipeh, dass man nicht auf eine einzige Wette setzen muss, um relevant zu bleiben. Die Companion-Handheld-Idee ist ein echter Denkanstoß für die Branche: Braucht jedes Gerät eigene Rechenpower, oder reicht ein guter Stream aus dem Wohnzimmer-PC? Wenn die Antwort irgendwann klar „Nein" lautet, war der Nitro Blaze Link seiner Zeit vielleicht gar nicht so weit voraus. Bis dahin gilt: Preise abwarten, Verfügbarkeiten prüfen – und den Hype-Zyklus rund um 1.000 Hz mit gesunder Skepsis genießen.

Sebastian Kraus
Sebastian zockt seit über 30 Jahren — vom C64 über die PlayStation 1 bis zum heutigen Gaming-PC. Auf gamingzeit.de schreibt er über Konsolen, PC, Indie und Hardware.



