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Modern Warfare 4: Korea, kein Bloom und das authentischste Gunplay der Reihe
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Modern Warfare 4: Korea, kein Bloom und das authentischste Gunplay der Reihe

Infinity Ward hat MW4 offiziell enthüllt – und gleich mehrere handfeste Versprechen gemacht, die die Community aufhorchen lassen.

Sebastian KrausVon Sebastian Kraus5 Min. Lesezeit

Activision hat es offiziell gemacht: Call of Duty: Modern Warfare 4 ist real, angekündigt, und kommt am 23. Oktober 2026. Infinity Ward übernimmt wieder das Steuer – nach Treyarchs Black Ops 6 – und hat beim Reveal gleich eine ganze Liste an Versprechen auf den Tisch gelegt. Korea als Schauplatz, kein Weapon Bloom mehr, überarbeitetes Gunplay. Klingt fast zu gut. Aber der Reihe nach.


Die Ankündigung: Was bisher bekannt ist

Der Reveal lief klassisch-modern: erst ein geheimnisvoller YouTube-Stream mit Korea-Andeutungen, dann der offizielle Knall via Livestream und Blog-Post. IGN Deutschland Die Community hatte es längst geahnt, aber jetzt ist es schwarz auf weiß: Modern Warfare 4, 23. Oktober 2026, für PS5, Xbox Series X/S, Xbox on PC, Steam und Battle.net.

Das ist eine klare Ansage. Kein halbgares Cross-Gen-Kompromiss-Gefummel mehr, das die technischen Möglichkeiten der neuen Konsolen ausbremst. Ob das tatsächlich spürbare Vorteile bringt, wird sich zeigen – aber zumindest der Wille ist da.


Schauplatz Korea: Warum dieser Konflikt so viel Potenzial hat

Korea. Ausgerechnet. Die Modern-Warfare-Reihe war schon in Russland, im Nahen Osten, in fiktiven Krisenregionen – aber Nordkorea als zentraler Konfliktschauplatz ist neu und, ehrlich gesagt, mutig. Eurogamer.de

Infinity Ward hat sich dazu auch direkt geäußert: Man wolle bewusst anecken, ein Statement setzen. Das klingt nach mehr als der üblichen Marketing-Rhetorik, denn ein Nordkorea-Szenario ist politisch tatsächlich brisant – nicht nur aus westlicher Perspektive. Wie weit die Entwickler dabei gehen, wie differenziert oder plakativ die Geschichte erzählt wird, das bleibt abzuwarten. Aber allein der Fakt, dass sie sich dieses Themas annehmen und es nicht weichspülen wollen, ist interessant.

Spielerisch setzt die Kampagne auf großangelegte Schlachten im D-Day-Stil – cineastisch inszeniert, mit einem jungen Trupp als spielbarer Perspektive, der mitten im Konflikt operiert. PC Games Das klingt nach klassischem Infinity-Ward-Handwerk: emotionale Charaktermomente, spektakuläre Setpieces, eine Geschichte, die sich selbst ernst nimmt.

Und optisch bietet Korea schlicht frische Kulissen. Dichte Wälder, zerstörte Städte, eine Ästhetik, die sich deutlich von den Wüstenlandschaften und europäischen Häuserkampf-Settings der letzten Teile abhebt. Das allein ist kein Qualitätsmerkmal – aber Abwechslung tut der Reihe gut.


Kein Bloom mehr: Was das für das Gunplay bedeutet

Das ist die Ankündigung, bei der die Community wirklich aufgehört hat zu scrollen. Infinity Ward verspricht offiziell: kein Weapon Bloom in MW4. Insider Gaming

Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können: Bloom bezeichnet die zufällige Streuung von Schüssen, die unabhängig vom eigenen Fadenkreuz passiert. Man zielt genau auf den Kopf, drückt ab – und die Kugel fliegt irgendwo daneben, weil ein Zufallsgenerator im Hintergrund entschieden hat, dass es halt so ist. In MW3 und Warzone war das ein dauerhafter Frustfaktor, besonders im Multiplayer, wo präzises Spielen eigentlich belohnt werden sollte.

Die Abschaffung von Bloom ist kein kosmetisches Feature – das ist eine fundamentale Design-Entscheidung, die das gesamte Gunplay-Gefühl verändert. Wer gut zielt, soll auch treffen. Klingt simpel, war in der Reihe zuletzt aber keine Selbstverständlichkeit.

Dazu kommt, was Infinity Ward als „Most Authentic Gunplay Yet" bewirbt: Ein neuer, waffenorientierter Technologie-Stack soll präzises Zielen mit realistischem Waffenhandhabungsgefühl vereinen. Call of Duty Blog Das klingt nach mehr als einem Patch – eher nach einem echten Neubau unter der Haube. Ob das in der Praxis so funktioniert wie versprochen, werden die ersten Stunden nach Release zeigen.


Multiplayer-Änderungen: Omnimovement fliegt raus, DMZ kommt zurück

Neben dem Gunplay gibt es weitere handfeste Änderungen im Multiplayer. Das Omnimovement-System aus MW3 – das Spieler in alle Richtungen sprinten und sliden ließ und für einen sehr chaotischen, schwer lesbaren Spielstil sorgte – ist raus. Eurogamer.de Infinity Ward setzt stattdessen auf klassischere, kontrolliertere Bewegung. Weniger Chaos, mehr Taktik – so das erklärte Ziel.

Gleichzeitig kehrt ein DMZ-ähnlicher Modus zurück, der das Extraction-Gameplay weiterentwickeln soll. DMZ hatte in Warzone eine treue Fangemeinde, wurde aber nie wirklich zu Ende gedacht und irgendwann still und leise auf Eis gelegt. Dass Infinity Ward dieses Format jetzt mit MW4 neu aufgreift, ist ein Signal: Man hat die Reaktionen der Community nicht ignoriert.

Erste Vorab-Tests haben außerdem eine neue Multiplayer-Map namens „Kill Block" gezeigt – über Details halten sich die Tester noch bedeckt, aber der Name allein verspricht zumindest keine gemütliche Erfahrung.


Erste Eindrücke aus dem Hands-on

Ausgewählte Creator und Journalisten durften MW4 bereits direkt bei Infinity Ward anspielen – Kampagne und Multiplayer wurden getrennt präsentiert. ComputerBase Die ersten Stimmen klingen vorsichtig positiv: Das Spiel fühle sich ruhiger, präziser und weniger überladen an als die direkten Vorgänger. Das neue Gunplay-System soll sich schon in frühen Builds spürbar anders anfühlen – nicht nur auf dem Papier anders sein.

Dass Kampagne und Multiplayer als eigenständige Bereiche mit eigenen Stärken präsentiert wurden, ist ebenfalls ein gutes Zeichen. In der Vergangenheit hat CoD die Kampagne nicht selten als Pflichtübung behandelt – ein Appetithäppchen vor dem eigentlichen Multiplayer-Hauptgang. Wenn Infinity Ward hier tatsächlich beide Modi ernst nimmt, wäre das eine willkommene Rückkehr zu den Stärken der frühen Modern-Warfare-Teile.


Was bleibt?

Modern Warfare 4 trifft mit seinen Ankündigungen ziemlich genau die Wunden, die die letzten CoD-Teile hinterlassen haben: Bloom weg, Omnimovement weg, Korea statt des x-ten Nahost-Settings, DMZ zurück. Das ist kein Zufall – Infinity Ward hat offensichtlich zugehört, und die Feature-Liste liest sich wie eine direkte Antwort auf Jahre von Community-Feedback.

Aber CoD-Ankündigungen klingen seit Jahren gut. Der Unterschied zwischen einem vielversprechenden Reveal und einem guten Spiel liegt in der Umsetzung, und die entscheidet sich erst am 23. Oktober 2026. Die Community ist vorsichtig optimistisch – und das ist, nach den Enttäuschungen der letzten Jahre, vielleicht schon mehr als Infinity Ward verdient hätte. Wenn das Studio liefert, könnte MW4 tatsächlich der Wendepunkt sein, den die Reihe so dringend braucht. Wenn nicht, wird es das lauteste Aufschlagen seit langem.

Sebastian Kraus
Geschrieben von

Sebastian Kraus

Weikersheim

Sebastian zockt seit über 30 Jahren — vom C64 über die PlayStation 1 bis zum heutigen Gaming-PC. Auf gamingzeit.de schreibt er über Konsolen, PC, Indie und Hardware.

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