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PlayStation Plus wird teurer: Sony dreht erneut an der Preisschraube
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PlayStation Plus wird teurer: Sony dreht erneut an der Preisschraube

Ab dem 20. Mai 2026 steigen die Abo-Preise – und das Bild wird klarer: Gaming wird zum Luxusgut.

Sebastian KrausVon Sebastian Kraus5 Min. Lesezeit

Ab dem 20. Mai 2026 wird PlayStation Plus wieder teurer – und Sony hat das mal eben so durchgedrückt, ohne große Ankündigung, ohne Erklärung, fast schon beiläufig. Wer das Kleingedruckte nicht liest oder keinen Gaming-Newsletter abonniert hat, hat es schlicht verpasst. Das sagt eigentlich schon alles.

Die Preiserhöhung im Überblick: Was sich ab Mai 2026 ändert

Betroffen sind diesmal die ein- und dreimonatigen Abonnements in ausgewählten Regionen – also genau die Laufzeiten, die Gelegenheitsspieler oder preisbewusste Nutzer bevorzugen. Heise Online Wer hingegen brav ein Jahresabo abgeschlossen hat, bleibt vorerst verschont. Vorerst.

Die konkreten Zahlen: PlayStation Plus Essential kostet im Monatsabo künftig 10,99 Euro statt 8,99 Euro. Das Dreimonatsabo klettert von 24,99 auf 29,99 Euro. Bei Extra und Premium sieht es ähnlich aus – wer monatlich oder quartalsweise zahlt, greift spürbar tiefer in die Tasche. PlayCentral

Was besonders nervt: Sony hat die Änderung nicht proaktiv kommuniziert. Keine große Pressemitteilung, kein erklärendes Blogpost, kein "Hier ist, was wir dafür besser machen wollen." Einfach neue Preise, fertig. Netzwelt

Nicht das erste Mal: Sonys Geschichte der Preiserhöhungen

Man muss das in einen Kontext setzen, denn das hier ist kein Einzelfall – das ist ein Muster. Bereits 2023 hat Sony die Preise für PlayStation Plus kräftig angehoben, damals um bis zu 32 Euro im Jahr. Heise titelte damals treffend: "Online-Spielen wird erheblich teurer." Heise Online, 2023

Und es blieb nicht bei den Abo-Preisen. Sony hat zuletzt auch die Preise für die PlayStation 5 selbst sowie für Zubehör weltweit erhöht. Stadt Bremerhaven Das Muster ist eindeutig: schrittweise Erhöhungen, in kurzen Abständen, ohne dass der Gegenwert spürbar wächst. Mehr Spiele im Katalog? Nö. Besserer Service? Nicht wirklich. Höhere Preise? Aber sicher.

In einschlägigen Reddit-Threads und Gaming-Foren ist die Stimmung entsprechend. "Die haben letztes Jahr schon die Preise für PS Plus erhöht. Die haben da echt gar nix an Content. Was zum Teufel erhöhen die schon wieder die Preise", schreibt ein Nutzer auf Reddit – und erntet dafür jede Menge Zustimmung. Reddit r/PlayStationPlus Das ist kein Einzelmeinungsproblem. Das ist eine wachsende Frustration, die Sony irgendwann ernstnehmen muss.

Der stille Druck: Wie Sony Nutzer ins Jahresabo drängt

Wer genauer hinschaut, erkennt die Strategie dahinter. Die Preiserhöhungen treffen gezielt die flexiblen Laufzeiten – Monat und Quartal. Das Jahresabo bleibt günstig, zumindest im Vergleich. Damit wird die Botschaft klar: Wer nicht langfristig bindet, zahlt drauf. Playfront

Das ist kein Zufall, das ist Kalkül. Wer einmal im Jahresabo steckt, kündigt seltener. Die Hürde ist höher, der Gedanke "Ich hab ja noch Monate drauf" hält viele davon ab, kritisch zu hinterfragen, ob sie das Abo überhaupt noch brauchen. Kurzlaufzeiten hingegen sind für Sony ein Risiko – sie ermöglichen Nutzern, einfach auszusteigen, wenn gerade kein interessantes Spiel im Angebot ist.

Das Sahnehäubchen auf diesem PR-Kuchen: Kurz nach der Preiserhöhung fragt Sony seine Nutzer nach ihrer Meinung zum Abo-Service. Play3.de Eine Umfrage, die Transparenz und Kundennähe suggeriert – aber in Wirklichkeit wirkt sie wie ein Ablenkungsmanöver. Erst erhöhen, dann fragen. Die Reihenfolge wäre eigentlich andersherum sinnvoll gewesen.

PS5 Pro und Premium-Hardware: Gaming als Statussymbol

Wer das volle PlayStation-Erlebnis haben will, zahlt heute auf mehreren Ebenen. Die PS5 Pro setzt technisch neue Maßstäbe – Raytracing, KI-gestützte Superauflösung, flüssigere Bildraten. Ad-hoc-news Das klingt beeindruckend, kostet aber entsprechend. Eine PS5 Pro, dazu der DualSense Edge, ein Jahresabo für PS Plus Premium – und schon ist man locker im vierstelligen Bereich.

Obendrauf kommt der Trend zur Verknappung und Exklusivität. Die limitierte 30th Anniversary Collection war innerhalb kürzester Zeit vergriffen Netzwelt – ein Produkt, das explizit für Sammler und Superfans gemacht ist, nicht für den Durchschnittsspieler. Das ist legitim, aber es unterstreicht eine Richtung: PlayStation positioniert sich zunehmend als Premium-Marke, nicht als Konsole für alle.

Gaming wird zum Luxusgut – ein gesellschaftliches Problem

Und genau hier liegt das eigentliche Problem, das über Sony hinausgeht. MeinMMO hat das treffend analysiert: Gaming war einmal ein Hobby, das quer durch alle sozialen Schichten funktioniert hat. Eine Konsole kaufen, Spiele kaufen, zocken – fertig. MeinMMO Dieses Versprechen bröckelt.

Wenn man heute zusammenrechnet, was ein "vollständiges" Gaming-Erlebnis kostet – Konsole, Zubehör, Jahresabo, Vollpreistitel zu 70 oder 80 Euro, Season Passes, DLCs – dann landet man schnell bei mehreren hundert Euro im Jahr. Für Familien mit Kindern, für Geringverdiener, für Jugendliche, die kein eigenes Einkommen haben, ist das eine echte Barriere.

Der Vergleich mit Streaming-Diensten macht das deutlich: Netflix, Disney+ oder Spotify bieten für ähnliche oder sogar geringere monatliche Kosten eine Masse an Inhalten, die kaum zu erschöpfen ist. Was bekommt man für PS Plus? Eine Handvoll Gratisspiele im Monat, von denen viele Nutzer ohnehin nur einen Bruchteil spielen, und den Zugang zum Online-Multiplayer – den man früher kostenlos hatte. Bild.de Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist schwer zu verteidigen.

Fazit: Mitziehen, kündigen oder Alternativen suchen?

Wer jetzt vor der Frage steht, was er mit seinem PlayStation Plus-Abo macht, hat im Grunde drei Optionen. Erstens: die Preiserhöhung schlucken und weitermachen wie bisher. Zweitens: kündigen und schauen, ob man ohne Abo auskommt – für reine Einzelspieler durchaus eine Option. Drittens: Alternativen ernsthaft prüfen. Xbox Game Pass bietet gemessen am Preis ein deutlich üppigeres Spieleangebot, und PC-Gaming über Steam, GOG oder Epic hat den Vorteil, dass man kein Pflichtabo für den Multiplayer braucht.

Kurzfristig versucht Sony den Frust mit den Days of Play 2026 zu dämpfen – zwei Wochen lang günstigere Preise für Hardware, Spiele und PS Plus. Play3.de Ein taktisches Pflaster auf einer selbst zugefügten Wunde.

Langfristig führt für Sony kein Weg daran vorbei: Wenn die Preise steigen, muss der Mehrwert spürbar mitsteigen. Mehr hochwertige Day-One-Titel im Katalog, besserer Service, verlässlichere Kommunikation. Sonst wird die Abwanderung zu einer echten Bedrohung – und die ist schwerer rückgängig zu machen als eine Preiserhöhung.


Was bleibt? Die Preiserhöhung bei PlayStation Plus ist für sich genommen kein Weltuntergang. Was sie aber symbolisiert, ist größer: Gaming als Massenmedium, als inklusives Hobby, als Ausgleich für alle – dieses Bild verblasst. Sony ist dabei nicht allein, die gesamte Branche zieht mit höheren Preisen, mehr Mikrotransaktionen und immer neuen Abo-Modellen in die gleiche Richtung. Wer das einfach hinnimmt, macht es leichter. Wer laut wird, Feedback gibt, Alternativen wählt und mit dem Portemonnaie abstimmt, sendet das einzige Signal, das Konzerne wirklich verstehen.

Sebastian Kraus
Geschrieben von

Sebastian Kraus

Weikersheim

Sebastian zockt seit über 30 Jahren — vom C64 über die PlayStation 1 bis zum heutigen Gaming-PC. Auf gamingzeit.de schreibt er über Konsolen, PC, Indie und Hardware.

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